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Zentrum Europäisches Performance Institut
Aus dem "Das Anthropognostische Tafelgeschirr" Handeln: Hand.
Die Kunst des Handeln. ASA. Aktion. Intervention. Magie.
Als
Aktionist das Handeln primär narzisstisch. Der Mensch ist im Grunde
ein Handelnder - die skandalöse Kontingenz des Bedeutungslosen: wir
sind nicht gemeint. Handeln heißt Tatsachen schaffen, eine Welt realisieren,
Werte begründen ohne Relationen. Suspendierung von Ethik (?)Vita Activa.
Verschiedene Typen des Handelns: Anfangen, Praktiken, Taktiken, Strategien,
Infamie, poetisches Handeln, symbolisch.
• Die elfte Performance Art Konferenz reiht sich ein in die Idee, zentrale Frage in den darstellenden Künsten, insbesondere der Performance Art und des Theaters in Praxis und Theorie zu untersuchen, sie in die Handhabe zu nehmen. Für
diese Konferenz steht die 'Kunst des Handelns' zur Disposition. Im ersten
Anschein mag es absonderlich sein genau jenen Faktor 'die generelle Aktivität'
zum Gegenstand der Betrachtung zu erheben, der wie selbstverständlich
allen Aktivitäten innewohnt und die Angelegenheiten zwischen den Menschen
regelt.
Dieser gerichtete Augenmerk, die Wahrnehmung der Differenz, hat verschiedene Erscheinungsformen die durch unterschiedene kulturelle Systeme geregelt werden, wie z.B. Tanz, Theater, Performance Art, bildende Kunst, Musik, das ganze Spektrum der darstellenden Künste und das tägliche, öffentliche, als Gesellschaft erkannte Leben. Ein weiterer Augenmerk, der in jeder Aktivität immanent ist, ist seine Performance. Um sie geschehen zu lassen, gibt es einige Methoden, ich möchte sie Werkzeuge der begrifflichen und angewandten Form nennen, die den Raum und die Zeit sich begegnen lassen, sie, die Performance bildet sich in der Handlung, die Handlung läßt die Begegnung zu einem Bild werden, es erscheint 'Bild' und es ereignet sich Performance.( dieses Bild unterscheidet sich wesentlich von dem Bildbegriff, der der bildenden Kunst innewohnt). Handlungen,
die so zum Bild werden sind in der menschlichen Aufmerksamkeit, in der
menschlichen Kommunikation existentieller als Informationstransfer, Wissensaneignung,
etc. Sie ist die Berührung zwischen den Menschen, der Ort wo wesentliche
Ereignisse in der 'Mittlung' liegen. Die ontische Polis.
• Aber all diese noblen Erkenntnisse, die des Künstlers, des Zenmönchs und des Propheten, können ganz bescheiden und profan gewonnen werden, wenn man nur mit genügender Geduld eine solch alltägliche Geste wie die des Pfeifenrauchens betrachtet. Dann sieht man nämlich, wie jeder von uns ein virtueller Künstler ist, und ein virtueller Zenmönch, und ein virtueller Prophet. Denn jeder von uns vollführt ja rein ästhetische, absurde Gesten vom Typ des Pfeifenrauchens. Allerdings kann man dann auch erkennen, was die meisten von uns von einem wirklichen Künstler, Zenmönch und Propheten unterscheidet: die völlige Aufgabe der Vernunft (im Sinn von Erklärbarkeit und Zweckhaftigkeit) und die rückhaltlose Hingabe in der Geste und an die Geste, welche das Wesen des wirklichen Künstlers, des wirklichen Zenmönchs, des wirklichen Propheten ausmachen. Zu Beginn dieses Essays lautete die Frage: Warum rauchen manche Menschen Pfeife, wo es doch ihre Freiheit einschränkt, wo es doch nichts leistet und wo es doch nichts mitteilt? Die erste auf diese Frage gebotene Antwort hieß: aus reinem Vergnügen an dieser Geste. Es ist nun möglich, diese Antwort etwas zu präzisieren. Manche Menschen rauchen Pfeife aus demselben Grund, aus dem manche Menschen Künstler sind, andere Mönche und wieder andere Propheten, nämlich um sich darin auszuleben und zu finden. Nur ist das Pfeifenrauchen weit weniger anspruchsvoll als die Gesten der Kunst, und noch weniger anspruchsvoll als die künstlerischen Gesten des Zenmönchs und des orthodoxen Juden - daher aber auch weit weniger offen-. So rauchen manche Menschen Pfeife als eine Art Ersatz und Karikatur, das heißt als Profanation eines rituellen Lebens. (Vlusser) •
In dieser Hinsicht ist die Besessenheit ein paralleles Phänomen zur
Entstehung des Theaters im 16. und I7- Jahrhundert. Der Übergang vom
mittelalterlichen Karneval zum Theater des 17. Jahrhunderts findet zu einer
Zeit statt, als das Bild, das die Gesellschaft von sich selbst hat, sich
lokalisiert, objektiviert und miniaturisiert, indem es aufhört, populäre
Liturgie zu sein. Auf der kleinen Bühne der Besessenheit spielt sich
eine Modifizierung erkenntnistheoretischer, politischer und religiöser
Strukturen ab. Schließlich versuchte ich zu analysieren, wie die
auf dieser Bühne in ein paar wenigen Jahren stattfindenden Verschiebungen
den Wert eines Symptoms für den Kampf, der zur selben Zeit den ganzen
Sozialkörper veränderte, erhielten. Loudun ist abwechselnd ein
Metonym und eine Metapher, die es ermöglicht zu verstehen, wie eine
"Staatsräson", eine neue Rationalität, die religiöse Vernunft
ersetzt.
•
Ein Diskurs des Anderen?
Anders
ausgedruckt, mein erster Interpretationsversuch ließ einer Frage
nicht genügend Raum, die dennoch am Horizont aufblitzte - d.h. gerade
dem Diskurs der Besessenen, insofern als von diesem Diskurs gesagt wird,
er werde von einem Anderen gesprochen." Ein anderer spricht aus mir": sagt
die Besessene. Diese Frage konnte nur nach einer historischen Untersuchung
des soziokulturellen Theaters, in dem sie auftaucht, behandelt werden.
In der Beziehung der Akteure von Loudun muß man aber die Kombination
zweier dissymetrischer Positionen noch genauer analysieren - die der Besessenen
und die ihrer Richter, Exorzisten, Ärzte usw.
• Gedanken
und Fragmente zu einer Kunst des Handelns
-
Handeln heißt Tatsachen schaffen, eine Welt realisieren, Werte begründen
ohne Relationen Suspendierung von Ethik (?) Vita Activa.
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Verschiedene Typen des Handelns:
• Anfangen, Praktiken, Taktiken, Strategien, Infamie, poetisches Handeln, symbolisch, etc. -
Handeln heißt bestimmen wollen, was geschieht. Alles Handeln nämlich
geschieht in Räume hinein, wo bereits gehandelt wurde, in organisierte
Räume mithin, von deren Organisation der Handelnde eine Vorstellung
haben muss.
-
Denn soll moralisch gutes Handeln (?) Leben möglich machen, indem
es den manifesten Ausbruch stets latenter Gewalt verhindere, bedarf es
einer Vorstellung davon, wie in der vorfindlichen Gesellschaft Gewalt bis
anhin gebunden wird, an die Vaterrolle beispielsweise in patriarchalischen
Gesellschaften, die es entsprechend zu repräsentieren und zu würdigen
gilt. Ein handlungs-anweisendes Bild der bestehenden Machtverhältnisse
also ist den Sinnen mit der Aufforderung zu gutem Handeln zu liefern, und
auch dies ist eine Funktion, die Religion ausübt, wie besonders die
modernen Sozialwissenschaften seit Emil Durkheim betonen.
Er nennt sie: ein System von Ideen, mittels dessen die Individuen sich ihre Gesellschaft und ihr Verhältnis zu dieser Gesellschaft vorstellen. Wie jedes soziale Handeln heißt auch erzieherisches Handeln: bestimmen wollen, dass das gute (Anziehende) geschieht, dass es mit anderen geteilt wird und dass es sich mitteilt, also bewusst geschieht. Aber die Polarität und Spannung des Zusammenlebens kann das Bestimmenwollen nicht aufheben. Je stärker es sich auffährt, desto stärker sind die Gegenkräfte, die es selbst hervorruft. Mit dem Anziehenden bringt es das Abstoßende, mit dem gemeinschaftlich Geteilten das Ungeteilte, mit dem bewusst Bewegten die verborgenen Gegenbewegungen hervor. Die Macht des Handelns bricht sich an der Widersprüchlichkeit der Werte, der Widersetzlichkeit der anderen, der Untergründigkeit des Beziehungslebens. Ihren stärksten Widerpart aber hat menschliche Macht in der Zeit. Jedes Bestimmenwollen gilt nur zum Zeitpunkt der jeweiligen Gegenwart. Es wendet sich damit ob von allem, was bisher geschehen und gemacht worden ist. Und es versucht, vorweg zu bestimmen, was geschehen und gemacht werden wird. Diese Anmaßung einer ständig vergehenden Gegenwart gegenüber einer andauernden und bestimmten Herkunft und einer unbestimmten Zukunft wird bestraft: Immer sind die Folgen des Bestimmenwollens anders als gewollt. • Jedes
Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun
• Handeln und Denken als Informationsverarbeitung: Wenn
nun, wie wir behauptet haben, schon das Handeln Beziehungen stiftet, so
impliziert es auch Informationsverarbeitung. Das ist offensichtlich wenn
laufend der Mensch eine Vielzahl von raum-zeitlichen Gegebenheiten verarbeitet
und dem Ergebnis durch seine Steuerungsmechanismen und Manipulationen Rechnung
trägt.
• John Newman (Palmerston
North, Neuseeland) demonstrierte anhand von elementaren Begriffen wie sitzen
und stehen, geben, nehmen, essen oder trinken, welche vielfältigen
grammatischen Aufgaben diese Wörter in zahlreichen Sprachen übernehmen,
wo sie beispielsweise Aktiv und Passiv markieren oder zur Unterscheidung
dynamischer Abläufe und statischer Zustände dienen. In einigen
Sprachen wird die ganze Welt durch Wortklassen in sitzende, stehende oder
liegende Dinge eingeteilt. In solchen Verben schlagen sich elementare Körpererfahrungen,
Bewegungen und Tätigkeiten nieder. Sie prägen auch kognitive
Prozesse, was ihre Grammatikalisierung erklären könnte. Offen
ist, warum diese Verben sich untereinander in ihren Flexions- und Wortstellungseigenschaften
oft stark unterscheiden, obwohl sie gemeinsame Basisfunktionen verrichten.
• Handlungs-Präfigurationen
- Leibmetaphorik - Das Verbum als Wirkung.
• Begriffe
die den Handlungsbegriff umgreifen.
• Wo es aber keine Handlung gibt, da gibt es keine Bewährung. Und
wo das Denken handlungsfern verstanden wird, da geschieht es leicht, daß
auch die Bewährung des Gedankens, die man die Verifikation nennt,
nicht hoch im Kurse steht. Ja, man könnte radikal formulieren: Wo
die Bewährung fehlt, da gibt es letztlich kein Wahr und Falsch. Denn
wahr ist, was sich in der Handlung und im Denken bewährt.
...Vielleicht
gibt es in der Entwicklung des westlichen Denkens eine breitere und tiefere
Verbindung zwischen christlicher und jüdischer Ausrichtung am Gesetz,
zwischen dem Versuch, vor seinem Anspruch zu bestehen, und der Wahrheitssuche
des Denkers und Wissenschaftlers, die spüren. daß sich auch
ihr Denken vor dem Anspruch der Wahrheit bewähren muß. Wenn
dem so wäre, so hätte ein Denken, das sich als handlungsfremd
versteht, viel zu verlieren. Denn im Bereiche der Handlung ist Bewährung
zuerst und für jeden sichtbar möglich und nötig. Ja, man
käme zu der überraschenden Schlußfolgerung, daß es
auf lange Sicht nicht die Orientierung an einem handlungsfreien, "reinen"
Denken ist, die sein Wahrheitsstreben lebendig erhält, sondern im
Gegenteil ein Denken, das sich ständig in Handlung übersetzt
- als Experiment und als Anwendung -‚ weil in dieser die Bewährung
und damit die Wahrheit am lebendigsten und konkretesten sichtbar wird.
Damit ist auch gesagt, daß eine solche Sicht des Verhältnisses von Handlung und Denken die Würde des letzteren keineswegs mindert und keinem Relativismus der Beliebigkeit verfällt: Wir sehen im Handeln ein Streben nach Ordnung und Struktur, das sich im Denken in reinerer Form fortsetzt. So ist das Handeln auf ein Ziel der Transparenz und der Ordnung hin angelegt. Das Streben nach ihm motiviert den Handelnden und den Denker, denn wo Ordnung ist, da ist Leben; Verwirrung und Chaos bedeuten Tod. Hans Aebli - Denken: Das Ordnen des Tuns • Eine der wichtigsten theoretischen Leistungen BARTLETTS ist
es, den Schemabegriff geprägt zu haben, einen Begriff, der für
die Handlungstheorie hoch bedeutsam werden sollte. Das Schema ist nämlich
die Einheit, aus der sich Handlungen aufbauen. BARTLETT beschreibt es so:
"Unter
einem Schema verstehen wir eine aktive Organisation von vergangenen Reaktionen
oder vergangenen Erfahrungen, von der wir annehmen, daß sie in jedem
gut angepaßten Organismus wirksam ist. D. h.: Schon bei der geringsten
Ordnung und Regelhaftigkeit des Verhaltens ist eine bestimmte Reaktion
möglich, weil sie zu anderen, ähnlichen. in Beziehung steht.
Diese sind seriell organisiert, wirken jedoch nicht einfach als unabhängige
Glieder, eines nach dem anderen, sondern als eine einheitliche Masse. Über
die Schemata beeinflussen uns die Reaktionen und Erfahrungen der Vergangenheit.
Alle hereinkommenden Impulse einer bestimmten Art oder einer bestimmten
Sinnesmodalität bilden zusammen eine aktive, organisierte Ordnung'
(BARTLETT 1932. 201, Übersetzung des Verfassers).
Unmittelbar
anschließend an das hier wiedergegehene Zitat spricht BARTLETT zudem
von verschiedenen Niveaus der Organisation, also der hierarchischen Ordnung
der Schemata. In diesem Zitat teilt BARTLETT dem Verhaltensschema also
die folgenden charakteristischen Züge zu: 1) In den Schemata sind
die vergangenen Reaktionen eines Organismus als aktive Organisation, also
in gestalteter, strukturierter Form, lebendig.
2) Schemata sind innerlich gegliedert: Die konstituierenden Reaktionen stehen untereinander in spezifischen Beziehungen. 3) Diese Struktur sichert die Ordnung und die Regelhaftigkeit des Verhaltens und damit seine Anpassung an die Umwelt. 4) Die Schemata enthalten einesteils Ordnungen der Abfolge von Teilhandlungen, über diese hinaus aber Beziehungen der Koordination, die das Schema als Ganzes wirksam werden lassen. 5) Auch die Handlungsimpulse haben ihre Gestalt. die Ergebnis einer ordnenden Aktivität ist. • BARTLETTS Wissenstheorie ist in seinem Werk nicht explizit durchgeführt. Implizit jedoch enthält sein Schemabegriff auch ein Konzept des Wissens. Das Schema ist der Niederschlag vergangenen Handelns. Es ist ein Element des Handlungswissens. Die Gesamtheit der Schemata. über die ein Mensch verfügt, stellt sein Handlungsrepertoire, seine Handlungskompetenz dar. Dabei ist es dem Menschen möglich, frei über die Elemente der Schemata ebenso wie über diese als Ganze zu verfügen: der Mensch muß lernen, seine Schemata in Elemente aufzulösen und darüber hinauszukommen, diese Elemente immer in der alten Ordnung zu reproduzieren. Und er tut es auch, denn er lernt, die konstituierenden Teile seiner eigenen Schemata anzuwenden, und sich in seinen Handlungen nicht bloß durch die Natur der Schemata, die als unveränderliche Einheiten fungieren, bestimmen zu lassen. Er lernt, seine eigenen Schemata zu reflektieren - eine Leistung, die durch das Bewußtsein, im exakten Sinn des Wortes. möglich wird. und die dem Bewußtsein seine überragende Rolle verleiht" (BARTLETT 1932, 301. Übers. d. Verf. ) • ...TUN
Tun ist also absichtsvolles. zielgeleitetes Verhalten. Von CRANACH (1980) hat es jüngst wieder hervorgehoben. Dabei muß man allerdings sofort eine Einschränkung anbringen. Die Mittel, mit deren Hilfe er seine Ziele erreicht, setzt der Mensch häufig nicht bewußt ein. Man kann es auch anders sagen: Die Teil- und Zwischenziele seines Tuns und damit die Mechanismen seines Verhaltens sind dem Menschen häufig nicht bewußt. So braucht man ihn nur zu fragen. wie er eigentlich die Sätze seiner Rede konstruiere, oder wie er es anstelle, von einem Stuhl aufzustehen, um die fast vollständige Unkenntnis der Mechanismen des eigenen Verhaltens zu erkennen. Ja, BINET (1922) ist so weit gegangen, sogar das Denken als eine unbewußte Tätigkeit zu bezeichnen. Er wollte damit sagen. daß wir in unseren Denkprozessen zwar die hauptsächlichen Ziele kennen, daß uns die Schritte unseres Vorgehens und die sie leitenden Teilziele jedoch nicht bewußt sind. Diese geringe Bewußtheit der Teilvorgänge besteht insbesondere im Bereiche der Tätigkeiten, die stark in der Körperorganisation verankert sind, und im Bereiche der Automatismen. Ein Beispiel der ersteren sind die Wahrnehmungsvorgänge: Zwar wissen wir in der Regel sehr genau, was wir suchen oder betrachten, aber wie wir das tun, können wir nicht sagen. Ebenso bei einem Automatismus wie z. B dem Tanzen oder dem Nachsprechen eines Satzes: Das Wie unseres Vorgehens können wir nicht beschreiben. Wir sprechen in diesen Fällen von Tätigkeiten: von Wahrnehmungstätigkeiten und von automatisierten Tätigkeiten, in Anlehnung an den Sprachgebrauch der Physiologen und der Marxisten. Gelegentlich ergibt sich die Notwendigkeit. von abgegrenzten Einheiten des Tuns zu sprechen. Wir verwenden dazu den Begriff des "Aktes, der an Aktivität, Tätigkeit erinnert. Ein Akt wäre daher das abstraktere Gegenstück zum Handlungsschema, der abgegrenzten Einheit des Handelns. • Hull Nun
ist das vorliegende Buch alles andere als behavioristisch ausgerichtet;
trotzdem ist es angebracht, daß wir uns fragen. was HULL zur Handlungs-
und Wissenstheorie beigetragen hat. Man wird dabei erkennen, daß
wir bei aller Ablehnung seines Atomismus mit ihm eine konstruktivistische
Grundhaltung teilen, die wir hei "näheren Verwandten" wie z. B. der
Gestaltpsychologie schmerzlich vermissen. Um HULL gerecht zu werden, muß
man sein Erkenntnisinteresse verstehen. Es ist ganz dasjenige HUMEs:
...Die
komplexen Erscheinungen des Verhaltens mit einer gesunden Skepsis zu betrachten
und sich zu fragen. oh sie nicht aus einem einzigen Typ von einfachen Elementen
aufgebaut und ob nicht auch ihre Verbindung gemäß einem einzigen
Prinzip erklärbar sei. Die einfachen Elemente des Verhaltens sind
bei HULL Reiz und Reaktion. Das verbindende Prinzip ist wie hei HUME die
Assoziation. Angesichts der Tatsache, daß auch die einfachen Elemente
zwei Teile umfassen, spricht HULL manchmal bildlich und in Analogie zur
Chemie von molekularen Einheiten. Das Paradigma des Verhaltens ist damit
der Reflex, die Auslösung der Reaktion durch einen oder mehrere Reize.
HULLS System ist damit vorerst reduktionistisch. Verhalten ist nichts anderes
als eine Abfolge von Reizen und Reaktionen. In einem zweiten Schritt jedoch.
dann, wenn er zu zeigen sucht, wie aus den einfachen Bausteinen komplexe
Verhaltensabläufe entstehen, wird HULLS impliziter Konstruktivismus
sichtbar.
• Rituale, Leib und Umwelt, Leib
und die Elemente, der Andere, Körper und Medien
Körper und die Sinne, Das Bild, Die Skulptur, Der Körper als Einrichtung, der Körper als Metapher, • Literatur
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